Die Künstler

ADONIS

Adonis wurde 1930 in Kassâbîn, einem Dorf im nordsyrischen Küstengebirge geboren; er wuchs ohne Schule auf, wurde jedoch von seinem Vater in der klassisch arabischen, vorislamischen und abbasidischen Dichtung unterwiesen und studierte in Damaskus.

1956 verließ Adonis sein Heimatland Syrien. Im Gespräch äußerte er einmal: »Ich verließ Syrien, weil die Lage dort unerträglich geworden war. Die faschistische Politik, von der Syrien regiert wurde und die natürlich auch auf das kulturelle Leben einwirkte, machte es mir unmöglich, dort zu bleiben. Es war damals nur ein völlig einsinniges Denken möglich. Das Land war ein Grab für die Freiheit und das freie Denken.“

1962 wurde er libanesischer Staatsbürger. Seit 1986 lebt Adonis, mit bürgerlichem Namen Ali Ahmad Sa’îd Esbir, in Paris. Gastdozenturen führten ihn neben Paris unter anderem nach Genf und Princeton.

Adonis gilt als bedeutendster arabischer Dichter des 20. Jahrhunderts und großartiger Übersetzer. Er ist Träger zahlreicher europäischer Literaturpreise. 2001 erhielt er die Goethe-Medaille. Im Jahre 2002 wurde er neben Mario Vargas Llosa und John Ashbury als einer der vier Favoriten für den Literaturnobelpreis gehandelt, der schließlich Imre Kertesz zuerkannt wurde.

Adonis hat sich Zeit seines Lebens mit arabischer Mystik und Metaphysik sowie mit der Tradition des Sakralen in der arabischen Kultur befaßt. Einer Säkularisierung aller Lebensbereiche in Ost und West steht er sehr kritisch gegenüber. Mit seinen Gedichtzyklen und den großangelegten Essays zur Geistes- und Ideengeschichte der arabischen Kultur nahm und nimmt er auf die Diskussionen in der arabischen Welt nachhaltigen Einfluß. Adonis verkörpert die Tradition des Alten Orient, die sich bis heute in seinem dichterischen Werk fortentwickelt hat, und bemüht sich um eine Versöhnung mit den ästhetischen Traditionen der westlichen Moderne.

Seine poetischen Motive formulierte Adonis im Jahre 2002 in einem Interview mit der ZEIT so: »Was mich interessiert, ist eine Poesie, die die Welt infrage stellt, aber auch die Kunst und also sich selbst. Ein Dichter muß die Geschichte seines Landes und der Welt und auch seine Kultur immer wieder neu schaffen, indem er sie schreibt. Das versuche ich, in der Nachfolge von Heraklit und von Nietzsche. Ich will eine neue arabische Kultur, eine neue Geschichte und Zivilisation begründen.«


BRUNI HEYM

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JAFAR T. KAKI

1951, Khanaquín. Lebt und arbeitet in Madrid, spanische Staatsangehörigkeit..

Studium; Lehrtätigkeit

1972-1976 Studium der Malerei an der Kunsthochschule in Bagdad.

1976-1979 Arbeitet im Kultusministerium in Bagdad.

1980-1984 Studium der Malerei u. Graphik an der Kunsthochschule San Fernando in Madrid; ebda. Abschluß des Doktorandenstudiums in Malerei.

1989 Gastdozent an der "Escuela der Verano Internacional de Gravado" in Calella, Spanien.

1991 Gastdozent Universität Menéndez Pelayo U.I.M.P., Betanzos, Spanien.

1992 Aufenthalt in Paris; besucht die Ateliers Hayter und Lacouriere.

1995 Stipendium zum Arbeitsaufenthalt in den Ateliers der Stiftung Joan Miró, Mallorca.

1997 Gastdozent bei den XIII Sommerkursen "Gráfica 97", Betanzos, La Coruña. Gastdozent für Künstler. Graphik, 250 jähriges Goya-Jubiläum, Fuendetodos, Zaragoza.

1998 Auf Einladung der Princeton Univerity, USA, Teilnahme an der Konferenz "Cultural Creation and Change in Arab Societies at the End of the Twnetieth Century", Granada.

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